Quartier Bayerischer Platz e.V.
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Führungen durch das Bayerische Viertel

Das Bayerische Viertel wurde von 1900 bis 1914 von Salomon und Georg Haberland in „Alt-Nürnberger Bauweise“ gebaut und zog das liberale, intellektuelle Bürgertum an. Zu den prominentesten  Bewohnern gehörten unter anderem Albert Einstein, Erich Fromm oder Gottfried Benn. Es war ein Zentrum jüdischen Lebens, hier lebten ca. 16 000 jüdische Bewohner in friedlicher Nachbarschaft mit christlichen Bewohnern.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten änderte sich das Leben der jüdischen Anwohner, sie wurden schrittweise entrechtet, ausgegrenzt, deportiert und schließlich ermordet. An dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte erinnert das Flächendenkmal der Künstler Stih und Schnock im Bayerischen Viertel. Seit 1993 erinnern 80 Tafeln mit antijüdischen Gesetzen und Verordnungen an die Entrechtung der Juden in Berlin.

Und vor fast  jedem Haus findet man Stolpersteine, die an die Menschen erinnern, die dort gelebt haben. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", sagt Gunter Demnig, der Initiator dieser Aktion.

Im Zeithistorischen Portal "Cafe Haberland", errichtet auf dem U-Bahnhof gibt es seit 2014 eine Dauerausstellung zum jüdischen Leben im Bayerischen Viertel, einem Projekt des Vereins Quartiers-Bayerischer Platz e.V. in Zusammenarbeit mit der BVG, dem Bezirksamt Tempelhof Schöneberg und dem Forum für Geschichte und Gegenwart. Ehrenamtliche des Vereins stehen wochentags im Cafe Haberland zur Erkundung und Erklärung der Ausstellung und auch für Führungen zur Verfügung.